Gedächtnistraining für Senioren – Teil 14: Sprache ist der Schlüssel

Liebe Seniorin, lieber Senior,
nun sind wir schon mittendrin in den Übungen, die sich um unsere Sprache drehen.
Alles, was wir denken, hat mit Sprache zu tun – wir können gar nicht anders. Sprache ist der Schlüssel.

Gedächtnistraining für senioren

„Menschen leben in unterschiedlichen Kulturen und sprechen die verschiedensten Sprachen. Deren Strukturen prägen in ungeahntem Ausmaß die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen. Was die Forscher „Denken“ nennen, ist offenbar in Wirklichkeit eine Ansammlung linguistischer und nichtlinguistischer Prozesse. Demnach dürfte es beim Erwachsenen kaum Denkvorgänge geben, bei denen die Sprache keine Rolle spielt. Das schreibt Lera Boroditsky in dem Artikel „Wie die Sprache das Denken formt“, Linguistik, Gehirn und Geist, Spektrum.de, vom 15.3.2012.

Linguistisch bedeutet Sprachwissenschaftlich
Diese Erkenntnisse sind also Hinweis genug, dass wir uns intensiv mit Sprache, Sprechen, Wörtern, Sätzen und Texten auseinandersetzen müssen, wenn wir unser Gehirn anstrengen und unser Denken flexibler werden lassen wollen. Der kürzeste Weg ins Gehirn ist unsere Muttersprache. Die Sprache ist das Vehikel, welches uns das Üben überhaupt erst möglich macht. Sie ist die direkte Verbindung zum Gehirn – eine andere kennen wir nicht, wenn ich mal die Zeichensprache außen vor lasse. Wortspiele regen das Gehirn an. Das ist bekannt. Außerdem gibt es aber Vieles, das wir nicht wissen und nicht merken. Hier ein kleiner Test, um Ihnen zu zeigen, wie viel unbewusst abläuft:

Kiki-und-Buba-Test
In den 1920 er Jahren erfand der Psychologe Wolfgang Köhler den sogenannten Kiki-und-Buba-Test. Dazu werden Probanden gefragt: Welche der beiden Formen trägt den Namen Buba, welche Kiki? Was würden Sie spontan sagen?

kiki

Mehr als 95% aller Befragten entschieden, dass die Form links Kiki heißen soll, rechts ist Buba (im Originaltest Bouba). Und das funktioniert sogar über sprachliche, geographische und gesellschaftliche Grenzen hinweg. Gehören Sie auch zu den 95%? Und was lernen wir daraus? Es wird deutlich, dass Sprach-Klang und Wortinhalt oft in Abhängigkeit zueinander treten. Das Erstaunliche daran ist, dass wir das nicht merken, es läuft unbewusst ab. Daher ist jede Beschäftigung mit der Sprache auch gut für unser Sprachbewusstsein, unser Denken.

Daher hier gleich eine Übung
In jedem Satz fehlen zwei gleiche Wörter. Sie sind jeweils durch Dal-Dal ersetzt. Finden Sie nun die fehlenden Wörter!

  1. Der Schreiner sagt: In diesen Dal-Dal können Sie jedes Kind in den Schlaf Dal-Dal!
  2. Der Bäcker aus Südhessen sagt: Mit meinem Dal-Dal – Duft kann ich jeden Langschläfer Dal-Dal!
  3. Der Koch sagt: Mein Dal-Dal mögen selbst Tiere gern Dal-Dal!
  4. Die Politiker hört man von sich in hohen Dal-Dal Dal-Dal!
  5. Der Archäologe sagt: Dass die Ägypter schon solche Dal-Dal Dal-Dal!
  6. Der Taxifahrer mit dem Platten sagt: Sollen wir die Fahrt in meinem Dal-Dal Dal-Dal?
  7. Der Konditor sagt: Mit meinen süßen Dal-Dal könnte ich täglich auf dem Fußboden Dal-Dal!
  8. Die verschmähte Braut konnte nur noch die LebkuchenDal-Dal Dal-Dal.
  9. Der Mechaniker sagt in Panik: Wie Dal-Dal ich mich bloß wieder aus der SeilDal-Dal?
  10. Der Fallschirmspringer sagt: Oh je, ich Dal-Dal auf fremdem Dal-Dal!
  11. Der Junge am Termitenhügel sagt: Solch einen Dal-Dal Dal-Da ich mir auch mal!
  12. Der städtische Wächter sagt: Ich Dal-Dal meinen Wagen direkt vor dem Dal-Dal, dann habe ich es nicht so weit ins Gelände.
  13. Der Fotograf sagt über das zickige Model mit der seltsamen Kopfbe-deckung: Man sollte sich vor verrückten Dal-Dal Dal-Dal!
  14. Der Hotelier sagt zu der Seniorengruppe: Sie können jetzt Ihre müden Häupter in meinen Dal-Dal Dal-Dal!
  15. Der Chef vom Tierheim sagt: Diesen Kampfhund müssen wir leider mit dicken Dal-Dal anDal-Dal.
  16. Die Zeitung berichtet über den Jäger, der seinen Freund erschoss: Man muss sich vor den Dal-Dal Dal-Dal!

Lösung:

WIEGEN WECKEN ESSEN TÖNEN
BAUTEN WAGEN RUMKUGELN HERZEN
WINDEN LANDEN BAU PARK
HÜTEN BETTEN KETTEN SCHÜTZEN

Ihnen eine schöne Woche!

Corinna Reinke, Autorin des Buches „Frühling im Kopf“
http://senioren-muenster.de/woher-kommt-die-frische-briese/

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