Gedächtnistraining für Senioren: Teil 8

Liebe Seniorin, lieber Senior,

haben Sie Vera Birkenbihls Satz wiedergeben können? Konnten Sie Freunde oder Verwandte damit beeindrucken? Wir sind mittendrin in der Arbeit mit unserem Gehirn. Manches ist ungewohnt für Sie, aber… „Es ist gut neues kennenzulernen! Gewohnheiten machen träge und stumpfen die Sinne ab. Neues und Unbekanntes zu wagen, ist das Salz des Lebens. Es verleiht dem Dasein einen köstlichen Geschmack.“ Jill A. Moebius
Darum, weil es ungewohnt und für das Gehirn überraschend ist, üben wir jetzt weiter das Visualisieren zur Schärfung unserer Sinne und Konzentration.

Setzen Sie sich gemütlich hin und betrachten Sie einen Gegenstand auf Ihrem Tisch.

Egal, was es ist, kann auch ein Tempotuch sein! Schauen Sie ihn sich lange und in Ruhe an. Farbe, Form, Beschaffenheit, Material, Besonderheit…

  1. a) Machen Sie sich nun ein Bild von dem Teil, mit geschlossenen Augen.
  2. b) Stellen Sie sich den Gegenstand in einer anderen Farbe vor. Haben Sie etwas Geduld! Sie können die Augen öffnen.
  3. c) Nun denken Sie sich, Sie sähen das gute Stück von der anderen Seite an.
  4. d) Machen Sie sich ein neues Bild – das Teil ist nun nicht mehr hart, sondern weich, nicht mehr glatt, sondern rau…
  5. e) Und schließlich versuchen Sie den Gegenstand zu bewegen, aber nur im Kopf. Fassen Sie ihn an oder lassen Sie ihn schweben, wie Sie möchten. Das ist schwer, haben Sie Geduld!

Sie finden das verrückt? Lassen Sie es sich gesagt sein: Du hast eine Meise, bist verrückt, nicht bei Sinnen. Aber ich verrate dir was:Das macht die Besten aus.aus „Alice im Wunderland“
Gut wäre es nämlich auch, wenn Sie sich mehrmals gerade diejenigen Gegenstände vornähmen, die im Alltag so leicht „verschwinden“: Portemonnaie, Schlüssel, Brille, Handy oder schnurloses Telefon, wichtige Zettel, Tabletten…was auch immer Ihre persönlichen Angstgegner sind.

Die Brille: Da liegt sie, an ihrem angestammten Platz. Ich schaue sie mir genau an. Die Bügel, die Gläser, die Fassung. Sehe, wie sie liegt. Ihre Umgebung wird mir bewusst. Ich sehe den Untergrund, das Zimmer drum herum, stelle mir das Gefühl vor, wie sie sich anfühlt. Ist sie kalt? Oder eher warm? Ich lege sie immer dorthin, stelle mir vor, wie ich sie abnehme und dort platziere. Ganz in Ruhe stelle ich mir diese Handlung mehrmals vor.

Diese Bilder gehen nun in Ihr Arbeitsgedächtnis ein. Sie nehmen Sie deutlicher wahr, sozusagen als alte Bekannte, und bauen so eine stärkere Beziehung auf. Das hilft beim bewussten Ablegen und Wiederfinden.

Eine schöne Woche Ihnen!
Corinna Reinke, Autorin des Buches „Frühling im Kopf“
http://senioren-muenster.de/woher-kommt-die-frische-briese/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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