Palliative Pflege

Die Verse von Lothar Zenetti unterstreichen die Haltung der Palliative Care

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
was keiner sagt, das sagt heraus
was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen
wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
wenn alle mittun, steht allein

Wo alle loben, habt Bedenken
wo alle spotten, spottet nicht
wo alle geizen, wagt zu schenken
wo alles dunkel ist, macht Licht.
(Lothar Zenetti)

Palliative Pflege

Mein Name ist Anne Schütte, ich bin Theologin und habe u. a. mehrere Jahre in der Altenpflege, der Altenheimseelsorge und auch in der Klinik- und Hospizseelsorge gearbeitet. Zudem studierte ich in Wien Palliative Care mit dem Schwerpunkt Gerontologie.
Ich bin in der Residenz für die Entwicklung der Palliative Care zuständig.

Palliative Care

Was genau bedeutet Palliative Care? Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: dort bedeutet Pallium so viel wie Mantel und Care steht für die Sorge. Ummantelnde Sorge bzw. Aufmerksamkeit ist somit die Bedeutung des Begriffes. Diese Art des fürsorglichen Umganges mit Menschen, der gewissermaßen einen schützenden Mantel um ihn legt, ist kennzeichnend und schließt jede Art von starrem Vorgehen, wie es leider in verschiedenen Bereichen der Medizin üblich geworden ist, aus.

Pflegen und umsorgen der Patienten

Palliative Care wird im deutschsprachigen Raum unterschiedlich gelebt. Mediziner verstehen das Konzept eher so, dass es erst bei schwerer Erkrankung am Ende des Lebens wirksam wird. Andere wissenschaftlichen Disziplinen, wie z. B. die Gerontologie verstehen Palliative Care als eine Sorge, die allen Menschen gilt, die eine fortschreitende Erkrankung tumoraler, neurologischer, psychischer oder geriatrischer Art haben – unabhängig vom Lebensalter und unabhängig von der Lebenserwartung.

Palliative Care ist in erster Linie eine Einstellung und Haltung dem Einzelnen gegenüber. Palliative Sorge meint die ganzheitliche Begleitung und Pflege der hier im Haus lebenden Menschen. Das heißt, dass wir Beschwerden körperlicher oder psychischer Art, Sorgen um Angehörige, Verlust von sozialen Kontakten, Angst, Verzweiflung, Sinnkrisen, Ärger etc. in ihrer Vielfältigkeit und Bedeutung in den Blick nehmen und fachübergreifend besprechen.

Das Wohlbefinden des Einzelnen steht im Mittelpunkt

Wir sehen, dass körperliche, soziale, seelische, psychologische und spirituelle Komponenten das Wohlbefinden des Einzelnen stark beeinflussen können und zum Schmerzempfinden des Menschen wesentlich beitragen. „Schmerz ist, was der Patient sagt und er existiert, wann immer der Patient es sagt“, so ist meine Haltung im Umgang mit den Menschen.

Anne Schütte PalliativpflegeDieser Ansatz geht sogar so weit, dass bereits jede lindernde Behandlung an sich schon als Palliative Care gesehen wird. Es werden auch ethische Fragestellungen berücksichtigt und stets hinterfragt, welcher Nutzen und welche Gefahren mit einer bestimmten Maßnahme verbunden sind.

Palliative Care oder Sorge ist für die Bewohnerinnen und Bewohner da und schließt – wenn gewünscht – auch ihre Zugehörigen mit ein. Ich freue mich auf intensive und auf allen Seiten bereichernde Begegnungen im Haus.

Ihre

Dr. Anne Schütte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.