Im Notfall muss man sich etwas einfallen lassen

Dieses Jahr ist es mit einem unserer Weihnachtsgeschenke nicht wie üblich  gelaufen: das Präsent  wurde zwar rechtzeitig übers Internet bestellt, aber die skandinavische Lieferfirma brauchte etwas mehr Zeit und  die Textilien kamen erst  im Januar bei uns an. Trotzdem hatten wir selten so viel Vergnügen an einem  Geschenk, wie an dieser so gar nicht planmäßigen Sendung.

Unser Sohn überreichte uns zu Weihnachten leicht verlegen einen DinA 4 Umschlag
In dem steckte  eine  Weihnachtskarte.  Die Ausgangslage entspricht der Jahreszeit: unter einem sternklaren Nachthimmel fährt „Santa“ mit seinen Rentieren durch die verschneiten Wiesen. Wir bekommen den Stand der Dinge einen Augenblick später zu sehen. Quer über den Nachthimmel  zieht ein orangefarbener  Aufdruck: „Die Auslieferung des Geschenkes verzögert sich leider“.

Unter dem Schriftbogen sieht man den braven Weihnachtmann wie eine Rakete durch den dunklen Abendhimmel sausen.
Dabei verliert er  im Fahrtwind seine Mütze und der Heiligenschein kommt auch ins Rutschen –  der Betrachter lächelt amüsiert. Aber wenn man die Szenerie genauer besieht, dann beginnt man schallend  zu lachen.  Denn  die kleine Rentierdame, die gerade den Weg des Schlittens kreuzt, ist hinreißend  und das Ergebnis ihres Spazierganges ist bemerkenswert:

Fünf Rentiere bei einer Vollbremsung, ein heftig wackelnder leerer Schlitten, umgeben von herumfliegenden Weihnachtspäckchen und ein Nikolaus in der Luft.

Ich musste achtzig Jahre alt werden, um soviel Vergnügen an einem nicht funktionierenden Geschenk zu erleben und es wäre wirklich schade gewesen, wenn alles auf Anhieb geklappt hätte.
Dr. Ursula Feldmann, Bewohnerin der Tibus Residenz

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