Gedächtnistraining für Senioren Teil 42: Buchstaben und Zahlen

Lieber Senior, liebe Seniorin,

 

haben Sie auch gestaunt, dass es so viele Begriffe gibt, die mit und ohne E am Ende völlig unterschiedliche Bedeutungen haben? Mich hat das überrascht und zum Sammeln veranlasst. Ich hoffe, dass es Sie ein wenig zum Kreativsein veranlasst hat! Sie haben ganz nebenbei auch Ihre Flexibilität erhöht, da Sie Ihren Sprachschatz aktivieren, Synonyme erfinden und um die Ecke denken mussten.

 

Kopftraining

Heute geht es mal wieder an die vielen Zahlen, die wir uns im Alltag merken müssen oder wollen. Da gibt es eine wunderbare, aber recht anspruchsvolle Methode, mit der sie jede Telefonnummer in den Griff bekommen können – wenn Sie denn wollen. Wenn nicht, denken Sie die folgenden Schritte ruhig mit – es ist eine gute Übung, einmal etwas ganz Neues zu tun.

Das Major- System, König der Mnemotechniken

Wir wollen folgende Telefonnummer unbedingt behalten: 82492750

Sie gehört einem Freund aus Münster. Ich nehme an, dass Ihnen die Vorwahl bekannt ist; die ignorieren wir daher. Furchtbar, das kann wohl nur ein absoluter Ziffernfreund auswendig!

 

Wie funktioniert das Majorsystem?

Jede Zahl von 0 bis 9 wird einem oder mehreren Mitlauten /Konsonanten zugeordnet. Das ist international der gleiche Code:

Code                                                

Zahl Ersatzbuchstabe Merkhilfe
0 z, s, ß zero
1 t, d senkrechter Strich, t sieht aus wie 1
2 n zwei Beinchen
3 m drei Beinchen
4 r vieR
5 l linke Hand , Daumen und Zeigefinger spreizen= L
6 chs, ch, sch seCHS, CH, SCH
7 g, k  7 ist eine GlücKszahl
8 f, v, w  8ung, die FeuerWehr kommt!
9 p, b  9 sieht aus wie ein umgedrehtes P

 

Alle Vokale ( a, e , i , o , u, ä, ö, ü) haben keine Bedeutung und werden bei der Wortbildung einfach zu Hilfe genommen. Sie dienen, genau wie die Buchstaben h, j und y, als „Füllmaterial“ zur Wortfindung.

Mit diesem Material gilt es nun, Wörter zu finden. Aus Zahlen werden Wörter. „Warum“, fragen Sie sich, und „was ist denn das für ein Umstand?“

Stimmt. Ein Umstand. Arbeit, aber mit garantiertem Erfolg. Wieso kann ich mir Zahlen als Wörter besser merken?

Weil Wörter sofort Bilder im Kopf entstehen lassen. Zahlen aber nicht – sie sind abstrakt. Wir probieren das einmal aus, Schritt für Schritt. Bleiben Sie dran! Nehmen Sie die Aufgabe fest in die Hand!

 

 

 

 

Zu merkende Zahl: die Telefonnummer eines Freundes – 82492750

Ich setze die Ziffern jetzt in Buchstaben um (siehe Tabelle oben):

8 2 4 9 2 7 5 0
f, v, w n r p, b n g, k l s, z

 

Jetzt fange ich an zu knobeln:

82 = ich könnte das Wort Wein nehmen, oder Fahne, fein, von, Föhn, Wahn… Ich entscheide mich für WEIN , weil das passt: der Freund ist Weintrinker.

Aus 492 wird Reben, passt gut. Fehlen noch 750. Daraus kann man Glas machen. Ergebnis also: Weinrebenglas.

 

W N R B N G L S

 

Weinrebenglas. Das gesuchte Wort muss ich nun nur noch mit dem Gesicht und der Person des Freundes verbinden, eine kleine Geschichte erfinden. Ich mache mir lebendige Bilder: Wie er aus einem Weinglas trinken möchte, dort aber nur Reben vorfindet oder Ähnliches. Ich schaue, wie er reagiert: Amüsiert? Ärgerlich?

Je mehr Sinne Sie bei den Verknüpfungen anwenden, desto besser „klebt“ das Wort. Sie meinen, Sie können das Wortbild nicht behalten? Doch, denn Sie machen es ja selbst, Ihr Gehirn ist ja immer dabei!

Beim nächsten Mal, wenn Sie die Nummer brauchen und sowohl Brille als auch Notizbuch oder Handy vergessen haben, fällt Ihnen das Weinrebenglas wieder ein. Natürlich nützt Ihnen das Wort nur etwas, wenn Sie die Tabelle gelernt haben. Das ist aber nur eine kleine, leichte Übung, die man regelmäßig wiederholen sollte. Jetzt müssen Sie nur noch das Weinrebenglas zurück in die Zahl verwandeln, dann erhalten Sie eindeutig 82492750!

Hier ein paar Übungen zum Herantasten. Schauen Sie ruhig in die Tabelle!

1.Schreiben Sie Ihren Namen um! Zum Beispiel Heinrich Schäfer = 246684 . Und hier Gertrud Braun = 74141942

Einen Doppelbuchstaben wie nn, ll, pp… dürfen Sie durch eine 2, 5, 9 … ersetzen!

 

 

  1. Schreiben Sie die Autokennzeichen der Städte in Zahlen:

MS = 30, WAF = 88

TBB =

DD =

HSK =

ST =

  1. Gesucht: Körperteile! Arm = 43, Bein = 92, Galle = 75

Kopf =

Po =

Knie =

Taille =

Hüftpfanne =

  1. Jetzt geht es anders herum: Aus Zahlen werden Buchstaben.

11 = TT, 48 = RF

32 =

23 =

146 =

380 =

  1. Und jetzt machen wir Wörter!

11 = TT = Tüte, 48 = RF = Ruf,  59 = LB = Liebe, Lob, Laube, Laib… , 34 = MR = Mauer, Meier, Maier, Meyer… , 8214740 = WNDRKRZE = Wunderkerze, 99= Baby…

72 =

21 =

856 =

350 =

950 =

  1. Was könnten folgende Sätze bedeuten?

8  01 275  3475? = W ST  NGL MRKL ?  = Wo ist Angela Merkel?

6 59 16 = Ich …

8 901 1? = Wo…

8021? = Wie…

82 01 82612? = Wann …

  1. Nehmen Sie nun Ihre Bank – Pin-Nummer, auch wenn Sie sie im Kopf haben.

Sie könnte lauten: 6442

In Buchstaben: Sch (ch, chs) R R N . Daraus kann man „scharren“ bauen. Stellen Sie sich vor, wie Sie vor dem Bankautomaten stehen und ungeduldig mit den Füßen scharren, weil jemand vor Ihnen sehr langsam ist und Sie in Zeitnot sind. Dieses Bild kann man gut behalten, zumal Sie dann genau wissen: Aha, diese Nummer gehört zum Geldautomaten.

Wofür kann ich das System noch gebrauchen? Für Geburtstage. Z.B. 5.10. Buchstaben:       L, T/D, S/Z = Lotus, Latz. Man sucht dann aus, was am besten zu der Person passt.

Sehr schön auch für Postleitzahlen: Mein Sohn wohnte in Berlin und hatte 12435. Für mich war das super, die „Dönermeile“ war immer abrufbar. Jetzt wohnt er in Freiburg – ich muss umlernen!

Das war es schon, gar nicht so schlimm. Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Knobeln, Tüfteln, Wörtersuchen! Corinna Reinke

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